melatonin

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Immer mehr Menschen klagen über Schlafprobleme, ausgelöst meist durch Stress im beruflichen und privaten Umfeld sowie durch innere Unruhe. Kein Wunder, dass Melatoninprodukte derzeit so stark gehyped werden.

Ob in der Fernsehwerbung, auf Social Media und in diversen Apotheken ausgestellt, ob als Spray oder Lutschtabletten – alle Hersteller versprechen die perfekte Lösung für schlechten Schlaf und vieles mehr. Doch wie genau wirkt eigentlich das Schlafhormon und gibt es irgendwelche Haken? – Hierzu geht es in meinem heutigen Post.

Zuerst möchte ich aber noch anmerken, dass ich mich bei dem nachfolgenden Artikel ausschließlich anhand wissenschaftlicher Fakten (siehe Quellenangaben am Ende dieses Beitrags) und meinen persönlichen Erfahrungen mit Melatonin orientiere.

Was ist Melatonin und wie wirkt es?

Melatonin ist das wichtigste Hormon, das von der Zirbeldrüse (Epiphyse) – einer kleinen Drüse im Zentrum des Gehirns – ausgeschüttet wird. Es wurde erstmals im Jahr 1958 von Aaron Lerner entdeckt. In Verbindung mit anderen Hormonen reguliert es unseren Schlaf-wach-Rhytmus, indem es unsere „innere Uhr“ mit dem Tag-Nacht-Wechsel synchronisiert. Es sendet dem Körper das Signal, dass es Zeit wird, abzuschalten. Du wirst müde und schläfst so idealerweise schneller ein.

Damit Melatonin überhaupt erst gebildet werden kann, benötigt es die essenzielle Aminosäure Tryptophan. Diese wird im Gehirn durch ein spezielles Enzym zunächst in Serotonin umgewandelt (auch bekannt als Glückshormon). Dieses fungiert tagsüber als „Wachhormon“ und sorgt dafür, dass du tagsüber leistungsstark bis.

Am Abend, wenn es dunkel wird, wandelt sich das Serotonin zum Schlafhormon Melatonin um. Wichtig ist hierbei wirklich die Dunkelheit, denn bei Licht wird kaum Melatonin ausgeschüttet. Fast 80 Prozent des Melatonins werden nachts synthetisiert, wobei die Serumkonzentrationen zwischen 80 und 120 pg/ml schwanken. Bei Tageslicht sind die Serumkonzentrationen niedrig (10-20 pg/ml). Die Melatoninausschüttung variiert erheblich mit dem Alter. Säuglinge scheiden vor dem 3. Lebensmonat sehr niedrige Melatoninspiegel aus. Auch mit fortschreitendem Alter sinkt die Melatoninproduktion und das Einschlafen fällt schwerer.

Melatonin bei Erkrankungen und therapeutische Wirkungen

Die physiologischen Wirkungen von Melatonin sind vielfältig und umfassen u. a. die Entgiftung von freien Radikalen und antioxidative Wirkungen, Knochenbildung und -schutz, Reproduktion sowie Immun- oder Körpermassenregulation. Auch wird über protektive und therapeutische Wirkungen von Melatonin berichtet, insbesondere im Hinblick auf den Schutz des Gehirns oder des Magen-Darm-Trakts sowie im Zusammenhang mit psychiatrischen Störungen, kardiovaskulären Erkrankungen und onkostatischen Wirkungen.

Tatsächlich wurde bei mehreren Tumoren (z. B. Brustkrebs, Eierstock- und Endometriumkarzinom, Prostatakrebs, Darmtumoren) über onkostatische Wirkungen von Melatonin berichtet. Diese onkostatischen Wirkungen wurden der antioxidativen Rolle von Melatonin zugeschrieben, da oxidativer Stress stark an der Entstehung von Tumorzellen beteiligt ist. Außerdem wurde bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen über erniedrigte Melatoninspiegel berichtet. Umgekehrt senkt die Melatonin-Behandlung den Blutdruck bei Patienten mit Hypertonie.

Melatonin und Gehirnschutz

Neurologische und neuropsychologische Behinderungen, die durch Hirnverletzungen verursacht werden, sind ein großes Problem der öffentlichen Gesundheit. Daher ist der Abbau von Defiziten nach einem Schlaganfall ein wichtiges Thema. In diesem Zusammenhang wurde in einer Reihe neuerer Studien über die wichtige Rolle von Melatonin bei der Analyse des Schlaganfalls in Tierversuchen berichtet. Tatsächlich reduzierte die Verabreichung von Melatonin nach einem experimentellen Schlaganfall bei den untersuchten Tieren das Infarktvolumen.

Auch gibt es aufgrund der beschriebenen schützenden Rolle von Melatonin im Gehirn gegen oxidativen Stress auch vermehrt experimentelle Beweise für das therapeutische Potenzial von Melatonin bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Chorea Huntington und amyotropher Lateralsklerose.

Melatonin als Stresskiller

Melatonin gilt als natürlicher Gegenspieler des Stresshormons Cortisol. Die Cortisol-Produktion unterliegt einem natürlichen Zyklus, welcher im Zusammenhang mit dem Schlaf-Wach-Rhytmus steht. So sinkt der Cortisolspiegel in den Abendstunden ab und steigt in den Morgenstunden wieder an.

Wenn wir also stark unter Stress stehen, wird unsere natürliche Melatonin-Produktion durch den erhöhten Cortisol-Spiegel gehemmt und somit unser Ein- und Durchschlafprozess gestört. Frühmorgens hingegen verfügen wir meist über zu wenig Cortisol und folglich fällt es uns schwer aufzustehen. So fühlen wir uns in doppelter Weise gerädert: Schlechter bzw. zu wenig Schlaf sowie mühevolles Aufstehen.

Kann man von Melatonin abhängig werden?

Nein. Zugeführtes Melatonin beeinträchtigt weder die körpereigene Produktion von Melatonin, noch wirkt es toxisch oder macht abhängig.

Wenn etwas abhängig macht, dann sind es andere zugesetzte Stoffe in Melatoninprodukten (hier immer auf die Qualität des Produkts achten!!)

In Deutschland ist Melatonin – im Gegensatz zu anderen Ländern wie den USA – als Schlafmittel zwar verschreibungspflichtig, in Tagesdosen bis zu 1 mg ist es aber trotzdem in Form von Sprays, Lutschtabletten, … rezeptfrei als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Das liegt daran, dass es als sog. Borderline-Produkt gilt, wird also nicht eindeutig Lebensmitteln (inkl. Supplements), Arzneimitteln oder Kosmetikprodukten zugeordnet. Somit obliegt die Entscheidung über das Inverkehrbringen von Melatonin als Arzneimittel oder Lebensmittel bei den zuständigen nationalen Behörden.

Meine Erfahrungen mit Melatonin

Ich nehme Melatonin als Nahrungsergänzung jetzt seit ca. 1 1/2 Jahren täglich (2 mg / Tag) vor dem Schlafengehen. Ich nutze das Produkt More Sleep von More Nutrition*.

Diese Vor- und Nachteile konnte ich feststellen:

✅ ich kompensiere jeglichen Stress vom Vortag. Wenn es mal ab und zu richtig stressig wird, nehme ich 3 mg (ohne Probleme) entgegen den ärztlichen Empfehlungen 🤫.

✅ ich habe nur noch ganz selten Migräneattacken. Diese wurden hauptsächlich durch Stress und schlechten Schlaf ausgelöst

✅ ich schlafe deutlich schneller ein und bin schneller im Tiefschlaf, dadurch brauche ich weniger Schlaf und bin deutlich ausgeruhter

Es gibt einzelne Situationen, bei denen bei mir das Melatonin mal nicht wirkt, z. B. bei extremer Hitze/Schwüle, starker innerer Unruhe (grübeln) oder Alkoholeinfluss

Quellen

NCBI, Apr. 2017, Abgerufen am 16.10.2021

Online-Trainer-Lizenz, Sept. 2021, Abgerufen am 16.10.2021

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